HOME ENGLISH DOWNLOADS FEEDBACK SITEMAP HILFE

 

UNTERNEHMENSRISIKEN

Die Andritz-Gruppe ist ein global agierendes Unternehmen, das eine Vielzahl verschiedenster industrieller Märkte und Kunden beliefert. Als solches ist die Gruppe gewissen allgemeinen und branchenspezifischen Risiken ausgesetzt. Andritz verfügt über ein bewährtes konzernweites Kontroll- und Steuerungsmanagement, dessen Hauptaufgabe es ist, entstehende Risiken bereits in einem frühen Stadium zu identifizieren, um gegebenenfalls rasch Gegenmaßnahmen ergreifen zu können. Dieses System ist ein wesentlicher Bestandteil des aktiven Risikomanagements der Gruppe. Die nachfolgend beschriebenen Risiken und die sich daraus möglicherweise ergebenden Auswirkungen auf die Geschäftsentwicklung der Gruppe sind in der Unternehmensplanung der Andritz-Gruppe berücksichtigt worden.

Folgende Risiken sind für die Andritz-Gruppe von wesentlicher Bedeutung (nicht taxative Aufzählung):

Branchenspezifische Risiken

Volatilität des Auftragseingangs

Einige Kundengruppen und Industrien, die Andritz beliefert, sind direkt von der allgemeinen Wirtschaftsentwicklung abhängig und unterliegen damit häufig Nachfrageschwankungen hinsichtlich ihrer Produkte. Dies trifft vor allem auf die beiden Geschäftsbereiche Zellstoff und Papier sowie Walz- und Bandbehandlungsanlagen zu; es können jedoch alle Geschäftsbereiche davon betroffen sein. Das Preisniveau für die Produkte in diesen Branchen steht teilweise in direktem Zusammenhang mit dem Verhältnis von Angebot und Nachfrage. Mögliche Preisschwankungen können daher einen direkten Einfluss auf die Investitionsentscheidungen von Kunden und in weiterer Folge auf den Auftragseingang der Gruppe haben. Dies könnte daher zu einer Volatilität in der Entwicklung des Auftragseingangs führen.

Kundenkonzentration

In vielen Abnehmerindustrien der Andritz-Gruppe ist ein Trend zu Firmenzusammenschlüssen erkennbar. Dies trifft vor allem auf die Zellstoff- und Papierindustrie sowie die Stahlindustrie zu. Eine solche Konsolidierung könnte dazu führen, dass die Gruppe in Zukunft einer kleineren Anzahl von Kunden mit größerer Kaufkraft gegenübersteht. Die Abhängigkeit von einzelnen Schlüsselkunden könnte steigen, was auch direkte Auswirkungen auf die Geschäftstätigkeit der Gruppe haben könnte.

Unsicherheiten bei zukünftigen Aufträgen

Der künftige Erfolg der Gruppe hängt u. a. davon ab, ob neue Aufträge erhalten werden können. Es ist teilweise schwierig vorherzusagen, wann genau ein Auftrag, für den die Gruppe ein Angebot gelegt hat, vergeben wird. Die Vergabe von Aufträgen kann von Ereignissen beeinflusst werden, die nicht im Einflussbereich der Gruppe liegen, wie z.B. Preissituation, Nachfrage, allgemeine wirtschaftliche Bedingungen, behördliche Genehmigungen und Erhalt von Projektfinanzierungen. So kann es zu Schwierigkeiten beim Abgleich von Fixkosten und erwartetem Auftragsvolumen kommen. Der Gruppe ist es zwar bisher immer gelungen, dieses Risiko durch erhöhte Eigenproduktion in auftragsschwachen Zeiten und verstärkte Fremdvergabe in auftragsstarken Zeiten zu minimieren, es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass dies auch in Zukunft immer möglich sein wird.

Sicherheit und Umweltschutz

Die Gruppe unterliegt mit ihren Geschäftstätigkeiten zahlreichen lokalen, nationalen und internationalen Umweltvorschriften. In den Fertigungsstätten der Andritz-Gruppe werden auch gefährliche Substanzen verwendet und generiert. Weiters wurden und werden zahlreiche Grundstücke, die sich im Besitz der Gruppe befanden und/oder noch befinden, industriell genutzt. In diesen Fällen wurde und wird eine entsprechende Verbringung der Abfälle auf Deponien veranlasst. Es kann jedoch nicht ausgeschlossen werden, dass die Gruppe für die Untersuchung und Säuberung verseuchter Grundstücke haften muss.

Die Andritz-Gruppe liefert außerdem Systeme, bei denen Technologien zum Einsatz kommen, die das Risiko von schwerer Verletzung, Tod oder Eigentumsbeschädigung in sich bergen. In zahlreichen Systemen kommen gefährliche Chemikalien und Werkstoffe zum Einsatz. Die Gruppe bietet Montage- und sonstige Dienstleistungen auf Baustellen an, auf denen gefährliche Chemikalien und Werkstoffe verwendet werden. Im Falle eines Unfalls, wie etwa des Auslaufens solcher gefährlichen Stoffe, eines Feuers oder einer Explosion, könnte die Gruppe für Sach- oder Personenschäden und die Beseitigung von Umweltschäden haften müssen. Die Gruppe hat Versicherungen für einige dieser Risiken abgeschlossen; es gibt jedoch keine Garantie, dass diese Versicherungen ausreichend sind.

Risiken in Verbindung mit der Geschäftstätigkeit der Gruppe

Währungen

Die Gruppe verfügt über Niederlassungen und Tochtergesellschaften in vielen Ländern außerhalb von Euroland. Ein beträchtlicher Teil des Umsatzes bzw. der Kosten wird nicht in Euro, sondern in anderen Währungen, vor allem US-Dollar und Britischen Pfund, abgerechnet. Die Währungen in diesen Ländern können erheblichen Wechselkursschwankungen unterliegen. Obwohl die Gruppe bestrebt ist, die Nettowährungsposition der einzelnen Aufträge abzusichern, können sich Währungsschwankungen mit Wechselkursverlusten im Konzernabschluss niederschlagen. Die Entwicklung der Wechselkurse kann sich auch auf den in Euro umgerechneten Umsatz und das Ergebnis der Gruppe negativ auswirken. Wechselkursänderungen können auch dazu führen, dass sich die Position von Andritz gegenüber der Konkurrenz verändert, obgleich die meisten wichtigen Mitbewerber von Andritz ihren Firmensitz ebenfalls in Euroland haben. Da einige der größeren Andritz-Kunden ihren Hauptsitz außerhalb von Euroland haben, können Wechselkursänderungen zu einer Verzögerung von Projektentscheidungen durch diese Kunden führen. Ebenso ist das Eigenkapital der Andritz-Gruppe nicht abgesichert und könnte durch Wechselkursänderungen beeinflusst werden.

Wettbewerbsposition

Die Andritz-Gruppe agiert in sehr wettbewerbsintensiven Märkten. In den teilweise stark fragmentierten Zielmärkten treten einige große, internationale Anbieter gegeneinander und gegen zahlreiche kleinere, lokale Unternehmen an. Diese Wettbewerbssituation wirkt sich bei manchen Geschäftsfällen negativ auf die Umsatzmargen der Gruppe aus. Die Andritz-Gruppe investiert rund drei Prozent ihres Umsatzes in Forschung und Entwicklung und kann ihren Kunden so Technologien auf dem neuesten Stand der Technik anbieten. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass die Gruppe ihre derzeitige Marktposition auch in Zukunft halten kann.

Da die Wettbewerbsposition der Gruppe auch auf proprietären Technologien beruht, kann die weltweite Zunahme von Produktpiraterie und Reverse Engineering ebenfalls negative Auswirkungen auf die Wettbewerbsposition der Gruppe haben.

Akquisition und Integration von komplementären Geschäftsfeldern

Eines der wesentlichen strategischen Ziele der Andritz-Gruppe besteht darin, durch organisches Wachstum und komplementäre Akquisitionen in allen Geschäftsbereichen zum Komplettanbieter zu werden. In Umsetzung dieser Strategie hat die Gruppe seit 1990 eine Reihe von weltweit tätigen Unternehmen akquiriert und in den Konzern eingegliedert.

Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass die Gruppe auch künftig in der Lage sein wird, geeignete Akquisitionsziele zu identifizieren und zu erwerben, dass überhaupt geeignete Unternehmen zur Verfügung stehen und dass ausreichend Finanzmittel für Akquisitionen aufgebracht werden können. Andritz war bei der Integration neuer Unternehmen bisher immer erfolgreich. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass die angestrebten Ziele und Synergien bei allen zukünftigen Akquisitionen (wie auch bei der derzeit laufenden Integration der VA TECH HYDRO) vollständig erreicht werden, oder dass die Gruppe sich nicht neuen oder Altlast-Risiken ausgesetzt sieht, die nicht identifiziert oder nicht exakt evaluiert wurden.

Gerichtsverfahren

Im Rahmen ihrer Geschäftstätigkeit hat die Andritz-Gruppe in zahlreichen Verfahren bei Verwaltungsbehörden, Gerichten und Schiedsgerichten Parteienstellung. Der Großteil dieser Verfahren kann als typisch für die Branche, in der die Gruppe tätig ist, angesehen werden. Die Andritz-Gruppe bildet in Fällen, bei denen ein negativer Ausgang von Verfahren wahrscheinlich erscheint und zuverlässige Schätzungen gemacht werden können, entsprechende Rückstellungen. Es kann jedoch nicht garantiert werden, dass diese Rückstellungen immer ausreichend sind.

Die Tochtergesellschaft Andritz Inc. ist eine von vielen Beklagten in insgesamt rund 26 Asbest-Verfahren (per 31. 12. 2007) in den USA, in die insgesamt 608 Kläger involviert sind. Fast alle Verfahren betreffen Forderungen einer großen Anzahl von Klägern gegenüber einer großen Anzahl von Beklagten. Andritz Inc. ist der Ansicht, dass sie in keinem dieser Fälle haftbar gemacht werden kann und hat vor, jede der Klagen nachdrücklich anzufechten.

Compliance-Fragen

In Österreich und in anderen Ländern, in denen die Andritz-Gruppe tätig ist, sind kartellrechtliche Bestimmungen und Anti-Korruptionsgesetze einzuhalten. Um dies sicherzustellen, hat die Gruppe eine Reihe interner Richtlinien festgelegt. Insbesondere wurden global geltende Richtlinien zur Verhinderung von Verstößen gegen Kartellgesetze und Anti-Korruptionsgesetze sowie andere Wohlverhaltensregeln eingeführt. Zwar ist die Gruppe bestrebt, die Einhaltung dieser Richtlinien durch eine Vielzahl von Maßnahmen sicherzustellen, doch gibt es keine Garantie, dass es nicht zu Verstößen kommt. Derartige Verstöße könnten die Finanzlage und den Ruf der Gruppe nachhaltig schädigen.

Risiken in Verbindung mit Großaufträgen und anderen Verträgen

Zahlungsrisiko durch Kunden

Ein Großteil der Geschäftsbereiche der Andritz-Gruppe hat Projekte mit hohem Auftragswert abzuwickeln. Die Nichteinhaltung von Zahlungsverpflichtungen durch Kunden im Rahmen solcher Großprojekte kann sich nachteilig auf die Finanz- und Liquiditätsposition der Gruppe auswirken. Die Andritz-Gruppe versucht, diese Risiken durch Besicherung von Zahlungen durch Banken zu beschränken. Auch im Fall des Abschlusses einer Exportkreditversicherung sind jedoch für gewöhnlich nur bis zu 85 Prozent des Verkaufspreises abgedeckt.

Risiko durch Projekte

Im Zusammenhang mit Anlagenlieferungen ist die Andritz-Gruppe häufig vertraglich verpflichtet, Leistungs- und Termingarantien abzugeben. Werden die garantierten Leistungen nicht erreicht oder Termine überschritten, sind üblicherweise gestaffelte Vertragsstrafen zu leisten oder auf Kosten der Gruppe Änderungen an den gelieferten Teilen zu erbringen. Bleibt die Anlagenleistung weit hinter den garantierten Werten zurück oder werden Termine deutlich überschritten, hat der Kunde das Recht, vom Vertrag zurückzutreten und den Vertragsgegenstand bei vollem Kosten- bzw. Schadenersatz an Andritz zurückzugeben. Ein solcher Fall könnte die Finanzentwicklung der Gruppe nachteilig beeinflussen. Die Gruppe setzt Risikomanagementverfahren ein, um sich u. a. gegen vertragliche und finanzielle Risiken bei Projekten zu schützen.

Kostenüberschreitungen

Die meisten Aufträge, die Andritz abwickelt, basieren auf langfristigen Fixpreis-Verträgen. Umsatz und Margen können bei Fixpreis-Verträgen – wegen Änderungen bei Kosten (vor allem schwankenden Materialkosten) und bei der Produktivität innerhalb des Vertragszeitraums – von ursprünglichen Kalkulationen abweichen, insbesondere bei Projekten, die das Engineering und den Bau gesamter Anlagen umfassen.

Da die Gruppe gewisse Teile einer zu liefernden Anlage von Unterlieferanten bezieht, kann es vorkommen, dass ein Angebot ohne genaue Kenntnis der Preise der zugekauften Teile gelegt werden muss. Obwohl Andritz bei der Kalkulation auf Erfahrungswerte und Angebote potenzieller Lieferanten zurückgreifen kann, ist es möglich, dass diese Kalkulationen nicht immer exakt sind. Die Gruppe hat aus diesem Grund bei einigen vergangenen und laufenden Projekten erhebliche Verluste erlitten. Derartige Probleme und Verluste können auch zukünftig auftreten und die finanzielle Entwicklung der Gruppe negativ beeinflussen.

Risiko durch EPC-/Turnkey-Verträge

In einem immer stärkeren Ausmaß übernimmt Andritz bei Projekten – zusätzlich zur Lieferung von Ausrüstungen und Systemen – die Verantwortung für das gesamte Engineering und/oder den Bau von Fabriken. Diese so genannten Turnkey- oder EPC-Verträge bergen neben den oben angeführten Risiken auch Risiken in sich, die sich aus größerer Vor-Ort-Verantwortung ergeben; das sind beispielsweise Umweltrisiken, Risiken in Bezug auf die lokalen Arbeitsbedingungen oder Risiken, die mit dem Bau und der Errichtung der Anlagen zu tun haben. Darüber hinaus ist die Gruppe auch Risiken in Bezug auf die Zusammenarbeit mit Drittparteien ausgesetzt, die bei diesen Projekten mit Bau-, Montage- und Engineering-Leistungen beauftragt werden. Die Gruppe hat zur Minimierung dieser EPC-Risiken Risikomanagementsysteme implementiert, die u. a. den Abschluss von Versicherungen, die Festsetzung bestimmter vertraglicher Klauseln und standardisierte Abläufe beim Projektmanagement umfassen. Es gibt jedoch keine Garantie, dass diese Systeme ausreichend sind, um negative finanzielle Auswirkungen zu verhindern.

Verträge mit staatlichen Stellen

Im Geschäftsbereich Wasserkraft sind bei zahlreichen Projekten staatliche Stellen die Auftraggeber. Im Zusammenhang mit diesen Projekten kann die Gruppe den oben beschriebenen Leistungs-, Haftungs- und EPC-/Turnkey-Risiken in verstärktem Maße unterliegen, weil es der Gruppe aufgrund des Erfordernisses öffentlicher Ausschreibungen und lokaler Gesetze eventuell nicht immer möglich ist, ihre angestrebten vertraglichen Absicherungen zu erreichen.

Haftungsbeschränkungen

Haftungen, die sich aus Verträgen der Gruppe ergeben, können Haftungen bezüglich eines Gewinnentgangs von Kunden und andere Haftungen beinhalten, die den jeweiligen Vertragswert erheblich überschreiten können. Die Andritz-Gruppe ist bestrebt, in Verträgen entsprechende Haftungsbeschränkungen festzulegen; es kann jedoch keine Garantie dafür geben, dass in allen Verträgen ausreichende Haftungsbeschränkungen enthalten sind, oder dass Haftungsbeschränkungen im jeweils anzuwendenden Recht durchsetzbar sein werden.

Risiken in Verbindung mit Kapitalmärkten

Abhängigkeit von der Entwicklung internationaler Finanzmärkte

Die Entwicklung des Andritz-Aktienkurses ist nicht nur von unternehmensspezifischen Faktoren, sondern auch von Kursschwankungen an den internationalen Finanzmärkten abhängig. Mögliche Kursschwankungen und starke Volatilität an den wichtigsten Börsen können den Kurs der Andritz-Aktie negativ beeinflussen.

Empfehlungen von Analysten

Als börsennotiertes Unternehmen wird die Andritz-Gruppe regelmäßig von Finanzanalysten und institutionellen Investoren bewertet. Kauf- und Verkaufsempfehlungen von Analysten und darauf basierende Investitionsentscheidungen durch Aktionäre können erhebliche Kursschwankungen der Andritz-Aktie bewirken. Andritz ist bemüht, unbegründete Kursschwankungen durch offene und transparente Informationspolitik und durch gute Beziehungen zu den Aktionären und anderen Teilnehmern am Kapitalmarkt zu vermeiden.

Aktiver Handel mit Andritz-Aktien

Der hohe Anteil des Streubesitzes der Andritz-Aktien (rund 70 Prozent) hat zu einem aktiven Handel mit Andritz-Aktien an der Wiener Börse geführt. Es gibt jedoch keine Garantie dafür, dass dieser aktive Handel auch in Zukunft anhalten wird. Sollte dies nicht der Fall sein, hätte dies negative Auswirkungen auf die Liquidität und den Kurs der Andritz-Aktie; Investoren könnten ihre Aktien nicht zu einem für sie angemessenen Preis verkaufen. Ein Ausbleiben des aktiven Handels könnte weiters dazu führen, dass die Andritz-Aktie aus dem ATX, dem Leitindex der Wiener Börse, gestrichen wird.

 
top
IMPRESSUM | RECHTLICHES @atlsms106-wcm1.andritz.com
Schriftgröße:  A A A