HOME ENGLISH DOWNLOADS FEEDBACK SITEMAP HILFE

 

METSÄ-BOTNIA UND ANDRITZ: BEWÄHRTE PARTNER STELLEN SICH NEUER HERAUSFORDERUNG

Nach Gründung von Metsä-Botnia in den 1970er-Jahren war Andritz einer der Hauptlieferanten für Kaskinen, das erste Zellstoffwerk von Metsä-Botnia. Über die Jahre wurde die Zusammenarbeit intensiviert. Zuletzt lieferte Andritz alle wesentlichen Produktionstechnologien für das neue Zellstoffwerk Fray Bentos in Uruguay, das eine Million Tonnen Zellstoff pro Jahr produziert. Darüber hinaus wurde Andritz mit der Instandhaltung sämtlicher Werksbereiche beauftragt. Ein derartiges Auftragsvolumen wurde nie zuvor von einem einzelnen Lieferanten abgewickelt.

Zwischen Botnia und Andritz besteht eine enge Zusammenarbeit, die von gegenseitigem Respekt und Vertrauen gekennzeichnet ist. So trat Botnia auch an Andritz heran, als es darum ging, das nächste Großprojekt, ein neues Zellstoffwerk in Uruguay, zu realisieren.

Das Werk in Fray Bentos im Westen Uruguays ist die erste Großinvestition von Botnia außerhalb Finnlands. Und noch etwas ist neu an diesem Projekt: Erstmals lieferte ein einziger Anbieter, nämlich Andritz, nicht nur alle wesentlichen Produktionssysteme, sondern auch sämtliche Instandhaltungsleistungen für ein komplettes neues Marktzellstoffwerk.

Dieses Projekt stellte natürlich eine große Herausforderung dar, aber Botnia hatte gute Gründe, sich für Andritz zu entscheiden. Jeder Prozess und jedes System von Andritz im Werk Fray Bentos hat sich schon in einem anderen Werk irgendwo auf der Welt, vor allem in Südamerika, bewährt. Andritz hat bereits sehr große Systeme geliefert, die in puncto Inbetriebnahme und Produktion Weltrekorde aufgestellt haben.

Botnia hatte bereits in allen seinen Werken in Finnland die Instandhaltung ausgelagert und wollte sein Outsourcing-Konzept auch in Uruguay umsetzen. Gesucht war ein Unternehmen mit weltweiter Erfahrung und einer Know-how-Basis in Südamerika. So kam es, dass das Projektteam von Andritz ein Angebot für die Technologie ausarbeitete und das Andritz-Service-Team gleichzeitig einen Zehn-Jahres-Instandhaltungsplan mit Kostenkalkulation erstellte. Im September 2005 unterzeichnete Botnia den Langzeit-Instandhaltungsvertrag mit Andritz.

Langfristige lokale Präsenz

Die Planung der Instandhaltung für ein neues Zellstoffwerk wie Fray Bentos ist natürlich mit viel Vorarbeit verbunden. Die Engineering-Vorarbeiten wurden vorwiegend in Finnland geleistet. Dabei arbeitete das Andritz-Service-Team ein Jahr lang eng mit dem Projektteam von Botnia zusammen. Im Oktober 2006 übersiedelte das Kern-Team nach Uruguay, um lokale Instandhaltungsleiter und -techniker anzustellen und mit der Implementierung zu beginnen.

Die Engineering-Vorarbeiten umfassten die Planung kritischer Zustandsanalysen für die wichtigsten Produktionssysteme des Werks. In diesen Analysen werden die Bedeutung einer Komponente für den Gesamtprozess, die Reparaturzeit, Reparaturkosten etc. festgelegt. Davon ausgehend wurde ein Plan für vorbeugende und vorausschauende Instandhaltung erstellt und in die computerunterstützte Instandhaltungsplanung von Botnia eingebettet. So wurde die Berücksichtigung des Themas Instandhaltung in allen Projektphasen sichergestellt. Das Instandhaltungsziel für Fray Bentos ist, bezogen auf die Instandhaltungskosten pro Tonne produzierten Zellstoffs eine höhere Produktivität zu erreichen als in Finnland.

Acht Instandhaltungsleiter aus Uruguay wurden 2006 drei Monate lang intensiv in Finnland, u. a. im Botnia-Werk Joutseno, in den Prozessen und der Instandhaltung von Zellstoffwerken geschult. Die Schulung zog sich durch die gesamte Bauphase, die Inbetriebnahme der einzelnen Systeme und schließlich des gesamten Werks. Heute wird das Instandhaltungsteam von einem Netzwerk lokaler Unternehmen mit Werkskenntnis unterstützt. Durch ihre Beteiligung während der Errichtung des Werks konnten diese Unternehmen einen guten Einblick in die installierten Systeme gewinnen. Dieses Wissen wird sich während der jährlichen Anlagenabschaltungen als extrem wertvoll erweisen. Jedes Jahr wird die Anlage für einen Zeitraum von zehn Tagen abgeschaltet, um Inspektionen, Wartungs- und Reparaturarbeiten durchzuführen. In dieser Zeit können Hunderte Leute gleichzeitig im Werk mit Instandhaltungsarbeiten beschäftigt sein.

Der Regierung wurde zugesagt, dass sich die Instandhaltungsmannschaft – insgesamt etwa 100 Mitarbeiter – zu 75 Prozent aus Uruguayern zusammensetzen würde. Da Uruguay kein Land mit Tradition in der Zellstoffproduktion ist, waren umfassende Schulungen erforderlich. Heute sind 95 Prozent des Instandhaltungsteams Uruguayer, Andritz strebt eine weitere Erhöhung auf 100 Prozent an. Lokale Firmen fungieren als Subunternehmer für zusätzliche Leistungen (Haustechnik, Reinigung etc.). Somit tragen Andritz und Metsä-Botnia nicht nur zur Schaffung hochqualifizierter Arbeitsplätze bei, sondern auch zur Schulung und Weiterbildung der lokalen Mitarbeiter.

Andritz-Technologien in Fray Bentos

Fray Bentos ist in allen Bereichen mit den besten verfügbaren Technologien ausgestattet, sei es im Forstbereich, bei Holzgewinnung und -transport, in der Zellstoffproduktion oder im Umweltmanagement. Diese Technologien beeindrucken durch ihre Dimensionen und Effizienz.

Holzplatz
Zwei Hackschnitzellinien, Hackschnitzellagerung, -sortierung und -transport zur Beschickung der Faserlinie mit hochwertigen Eukalyptus-Hackschnitzeln. Kapazität: 330 m³/h pro Linie.
Zellstoffproduktion
Kontinuierlicher Downflow Lo-Solids®-Kocher mit separatem Imprägnierturm (Kapazität: 3.200 Tagestonnen) für hohe Ausbeute und hohe Zellstoffqualität und mit patentiertem TurboFeed®-Hackschnitzelzuführsystem. DD-Wäscher reinigen den Zellstoff vor und nach der zweistufigen Sauerstoffdelignifizierung. Ein kompibiertes System zur Abscheidung und Sortierung von Ästen reinigt den Zellstoff vor der Bleiche.
Zellstoffbleiche
Schonende vierstufige ECF-Bleiche mit patentierter A-Stufe™ für reduzierte Bleichchemikalienbedarf (elementarchlorfreier Bleichprozesse). Vier effiziente DD-Wäscher zur Endreinigung des Zellstoffs; durch Wiederverwendung des Wasserfiltrats wird die Abwassermenge reduziert.
Enwässerung/Trocknung/Ballenverpackung
Die Trocknungsanlage umfasst zwei fünfstufige Sortiersysteme zur Sicherstellung der Zellstoffreinheit, gefolgt von parallel geschalteten Zellstoffentwässerungsmaschinen (Doppelsiebformer mit 5,3 m Breite), Andritz Fläkt-Trocknern und Querschneidern/Formatablegern. Die getrockneten Zellstoffballen werden in vier automatisierten Ballenlinien gewogen, gepresst, verpackt, beschriftet und verschnürt.
Chemikalienrückgewinnung und Energieerzeugung
Die Eindampfanlage (Kapazität: 1.100 t/h) besteht aus sieben Stufen mit interner Abscheidung flüchtiger Gase und Aufteilung der Kondensatströme. Der Rückgewinnungskessel hat eine Kapazität von 4.450 Tagestonnen. Die Weißlauge (10.000 m³/h) umfasst moderne Technologien zur Filtration der Grün- und Weißlauge sowie einen Drehrohrofen zur Kalkrückbrennung mit einer Kapazität von 830 Tagestonnen. Ein Komplettsystem zur Abscheidung geruchsbelasteter Gase und Verbrennung im Rückgewinnungskessel (Zusatzgessel als Reserve vorhanden) stellt sicher, dass die Geruchsemissionen gering gehalten werden. Der Rückgewinnungskessel erzeugt genügend Dampf für den Turbogenerator, um das gesamte Werk mit Strom zu versorgen.
Dynamische Simulation
Simulation sämtlicher Prozesse mit dem dynamischen Prozess-Simulator von IDEAS zur Operator-Schulung vor Inbetriebnahme.

Das Projekt Fray Bentos

Das Team in Fray Bentos umfasste Projektmanager, Ingenieure, Baustellenleiter, Monteure und Inbetriebnahmetechniker aus aller Welt. In den ersten Monaten des Jahrs 2007 waren rund 4.500 Menschen am Bau beschäftigt. Ein Andritz-Baustellenleiter verglich das Szenario auf der Baustelle – Menschen aus 25 verschiedenen Ländern bauten an diesem riesigen Werk – mit einer Miniaturausgabe der Vereinten Nationen. Doch trotz der internationalen Beteiligung kam die Mehrzahl der Arbeiter (70 bis 80 Prozent in Spitzenzeiten der Bauphase) aus Uruguay

Umweltschutz

Im Verhältnis zur produzierten Zellstoffmenge sind die Emissionen aus dem Werk Fray Bentos im Vergleich mit anderen Zellstoffwerken weltweit sehr gering. Die Verbrennungsprozesse und Abgasreinigungsverfahren sind so ausgeführt, dass hauptsächlich nur mehr Wasserdampf über die Schornsteine abgeleitet wird. Durch den Einsatz moderner Chemikalienrückgewinnungstechnologien gibt es praktisch keine Stickoxid- und Schwefeldioxidemissionen mehr.

Durch den neu gestalteten Kochprozess und die effiziente Zellstoffwäsche ist das Abwasser aus der Faserlinie weniger belastet. Sauerstoffdelignifizierung und Bleiche mit A-Stufe reduzieren den Chemikalienbedarf. Der Gehalt an chlororganischen Verbindungen im gereinigten Abwasser ist so gering, dass er für die Umwelt als unwesentlich betrachtet werden kann.

Durch die äußerst effiziente Verwertung des Rohmaterials verbleiben kaum Feststoffe (weniger als ein Prozent des Ausgangsmaterials), die deponiert werden müssen.

Die Behandlung geruchsbelasteter Abgase beeinflusst die Meinung der Anrainer über die Fabrik besonders stark. Deshalb sind Zusatzkessel im Werk eingebaut, die im Falle einer Prozess-Störung eingesetzt werden können.

Auch die Stromerzeugung erfolgt im Werk Fray Bentos auf umweltfreundliche Art und Weise. Sie basiert auf der Verbrennung von Schwarzlauge im Rückgewinnungskessel. Diese Schwarzlauge ist erneuerbare Biomasse, die im Zuge des Zellstoffproduktionsprozesses aus Eukalyptusholz entsteht. Botnia nimmt damit am „Mechanismus für umweltverträgliche Entwicklung“ teil, der im Kyoto-Protokoll der Klima-Rahmenkonvention der Vereinten Nationen festgelegt ist.

 
top
IMPRESSUM | RECHTLICHES @atlsms106-wcm1.andritz.com
Schriftgröße:  A A A