Lagebericht:

Wirtschaftliche Rahmenbedingungen

Während die Entwicklung der Weltwirtschaft im 1. Halbjahr 2009 durch die globale Finanz- und Wirtschaftskrise negativ beeinflusst war, stabilisierte sich in der zweiten Jahreshälfte das wirtschaftliche Umfeld in den wichtigsten Wirtschaftsregionen.

In den USA kam es nach einem sehr schwierigen 1. Halbjahr zu einer leichten Erholung der Wirtschaft ab dem 3. Quartal 2009. Die Industrie-Produktion und v.a. der Privatkonsum, der den Hauptteil des US-Bruttonationalprodukts ausmacht, entwickelten sich erfreulich, wobei sich das von der US-Regierung gestartete Anreiz-Programm zum Kauf von neuen, sparsamen Kraftfahrzeugen („Abwrackprämie“) positiv auswirkte. Ebenso kam es am Immobilienmarkt zu einer Entspannung. Dennoch blieb die Situation am Arbeitsmarkt mit einer Arbeitslosenquote von über 10% schwierig.

In Europa war eine ähnliche wirtschaftliche Entwicklung feststellbar, wenngleich die wirtschaftliche Erholung im 2. Halbjahr 2009 durch den schwachen Privatkonsum in den meisten Mitgliedsstaaten deutlich gemäßigter als in den USA ausfiel. Nur stark exportorientierte Länder, wie z.B. Deutschland, zeigten durch die Belebung der Wirtschaft in den aufstrebenden Ländern eine deutlichere Erholung.

In Asien und den anderen großen aufstrebenden Ländern waren die Auswirkungen der Weltwirtschaftskrise deutlich geringer als in den USA oder Europa. In China kam es nach einer Phase der Abkühlung im 1. Quartal 2009 rasch zu einer Erholung der Wirtschaft; das Wirtschaftswachstum wurde hier v.a. durch das von der chinesischen Regierung aufgelegte Stimulus-Programm zur Belebung der Wirtschaft, aber auch durch die steigenden Exporte unterstützt. Ebenso zeigten die aufstrebenden Wirtschaftsnationen in Südamerika im Verlauf des 2. Halbjahrs 2009 eine starke wirtschaftliche Erholung.

Quelle: OECD

Geschäftsentwicklung

Veränderung des Konsolidierungskreises/Akquisitionen

Die folgenden Unternehmen waren im Geschäftsjahr 2008 nicht oder nur teilweise im Konzern-Abschluss der ANDRITZ-GRUPPE enthalten:

  • Maerz Industrieofenanlagen GmbH: Wärmebehandlungsanlagen und Schmelzöfen.
  • Einzelne Vermögenswerte von GE (General Electric Company) Energy: Wasserkraft-Technologie.
  • GEHI (Mehrheitsbeteiligung am Joint Venture General Electric Hydro Inepar): Wasserkraft-Technologie.
  • Kufferath: Service-Unternehmen für die Zellstoff- und Papier-Industrie.

Folgendes Unternehmen wurde 2009 im Konzern-Abschluss der ANDRITZ-GRUPPE neu konsolidiert:

  • Rollteck: Konstruktion und Fertigung von Rollenschneid-Maschinen für die Papier-Industrie.

Die erstmalige Einbeziehung der in 2008 und 2009 erworbenen Unternehmen/Geschäftsfelder erfolgte auf Basis vorläufiger Werte.

Umsatz

Der Umsatz der ANDRITZ-GRUPPE betrug im Geschäftsjahr 2009 3.197,5 MEUR und lag damit um 11,4% unter dem Rekordwert des Vorjahrs (2008: 3.609,8 MEUR). Während der Geschäftsbereich HYDRO seinen Umsatz deutlich steigern konnte, ging der Umsatz in den anderen Geschäftsbereichen – insbesondere im Bereich PULP & PAPER – im Jahresvergleich zurück.

Umsatz nach Geschäftsbereichen
2009 (2008) in %

 

                     

Umsatz nach Regionen
2009 (2008) in %

 

 

 

Anteil Service-Umsatz am Umsatz der Gruppe und der Geschäftsbereiche

  2009 2008
ANDRITZ-GRUPPE 27% 24%
   HYDRO 24% 24%
   PULP & PAPER 41% 32%
   METALS 3% 3%
   ENVIRONMENT & PROCESS 28% 24%
   FEED & BIOFUEL 56% 50%

Anteil Service-Umsatz am Umsatz der Gruppe und der Geschäftsbereiche (Download size 28 KB)
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Auftragseingang

Trotz der schwierigen gesamtwirtschaftlichen Entwicklung lag der Auftragseingang der Gruppe mit 3.349,3 MEUR im Jahr 2009 nur um 9,6% unter dem sehr hohen Wert des Vorjahrs (2008: 3.705,3 MEUR). Dies ist v.a. auf die sehr positive Entwicklung des Geschäftsbereichs HYDRO zurückzuführen – der Auftragseingang stieg hier um 9,8% auf den neuen Rekordwert von 1.693,9 MEUR an (2008: 1.543,4 MEUR). Die anderen Geschäftsbereiche – insbesondere der Geschäftsbereich METALS – verzeichneten dagegen im Jahresvergleich Rückgänge des Auftragseingangs.

Auftragseingang nach Geschäftsbereichen
2009 (2008) in %

 

                       

Auftragseingang nach Regionen
2009 (2008) in %

 

 

 

Auftragsstand

Der Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE per 31. Dezember 2009 betrug 4.434,5 MEUR, was einen Anstieg von 3,7% gegenüber dem hohen Niveau des Vorjahrs bedeutet (31.Dezember 2008: 4.277,4 MEUR). Während sich der Auftragsstand des Geschäftsbereichs HYDRO im Jahresvergleich deutlich erhöhte, ging der Auftragsstand v.a. im Geschäftsbereichen METALS deutlich zurück.

Auftragsstand nach Geschäftsbereichen
2009 (2008) in %

 

                     

Auftragsstand nach Regionen
2009 (2008) in %

 

 

 

Ergebnis

Das EBITA der Gruppe betrug im Berichtsjahr 164,1 MEUR und lag damit deutlich unter dem Vorjahreswert (2008: 233,2 MEUR) Die Rentabilität (EBITA-Marge) erreichte einen Wert von 5,1% (2008: 6,5%).

Dieser Rückgang ist im Wesentlichen auf Aufwendungen für konjunkturbedingt notwendige, kapazitive Anpassungen und operative Restrukturierungen in Höhe von rd. 29 MEUR – insbesondere im Geschäftsbereich PULP & PAPER – sowie auf den Umsatzrückgang zurückzuführen. Exklusive dieser einmaligen Aufwendungen beträgt das EBITA im Jahr 2009 193,1 MEUR, was einer EBITA-Marge von 6,0% entspricht. Aus den Anpassungen und Restrukturierungen werden zukünftig deutliche Einsparungseffekte erwartet, die sich auf das operative Ergebnis im Geschäftsjahr 2010 und in den Folgejahren positiv auswirken sollten.

Im Berichtsjahr wurden Wertminderungen von Firmenwerten von 7,9 MEUR (2008: 6,8 MEUR) erfasst, die v.a. dem Geschäftsbereich PULP & PAPER zuzuordnen sind.

Das Finanzergebnis der ANDRITZ-GRUPPE betrug 2,6 MEUR und lag damit deutlich über dem Wert des Vorjahrs (2008: -8,1 MEUR). Dies ist im Wesentlichen auf Kursgewinne veräußerter Geldmarktfonds zurückzuführen, die 2008 bedingt durch die weltweite Finanzkrise wertberichtigt werden mussten.

Die Steuerquote betrug im Berichtsjahr 31,2% (2008: 30,1%).

Das Konzern-Ergebnis der Gruppe nach Abzug von Minderheitsanteilen betrug im Berichtsjahr 96,8 MEUR (2008: 139,7 MEUR).

Finanz-Kennzahlen

  Einheit 2009 2008  +/-
Umsatz MEUR 3.197,5 3.609,8 -11,4%
Umsatzrendite1) % 4,6 6,1 -
EBITDA MEUR 218,2 278,2 -21,6%
Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern (EBIT) MEUR 147,1 218,5 -32,7%
Ergebnis vor Ertragsteuern (EBT) MEUR 149,6 210,5 -28,9%
Konzern-Ergebnis MEUR 102,9 147,0 -30,0%

1) Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern/Umsatz

Finanz-Kennzahlen (Download size 20 KB)
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Vermögens- und Kapitalstruktur

Die Bilanzsumme der ANDRITZ-GRUPPE per 31.Dezember 2009 stieg auf 3.309,3 MEUR an (31. Dezember 2008: 3.086,3 MEUR). Die Eigenkapitalquote per 31. Dezember 2009 betrug 20,0% (31. Dezember 2008: 18,7%).

Die liquiden Mittel (flüssige Mittel plus Wertpapiere des Umlaufvermögens) per 31. Dezember 2009 betrugen 1.082,1 MEUR (31. Dezember 2008: 821,8 MEUR). Die Netto-Liquidität (liquide Mittel plus Marktwert der Zinsswaps abzüglich Finanzverbindlichkeiten) betrug 677,9 MEUR und lag damit deutlich über dem Wert zum Ende des Vorjahrs (31. Dezember 2008: 408,9 MEUR).

Bilanzkennzahlen

  Einheit 2009 2008
Eigenkapitalquote1) % 20,0 18,7
Eigenkapitalrentabilität2) % 22,5 36,5
Gesamtkapitalrentabilität3) % 4,4 7,1
Nettoliquidität4) MEUR 677,9 408,9
Nettoverschuldung5) MEUR -505,3 -242,9
Nettoumlaufvermögen6) MEUR -104,3 22,7
Capital employed7) MEUR 285,9 406,8
Verschuldungsgrad8) % -76,2 -42,1

1) Summe Eigenkapital/Bilanzsumme  2) Ergebnis vor Ertragsteuern/Summe Eigenkapital  3) Ergebnis vor Zinsen und Ertragsteuern/Bilanzsumme  4) Flüssige Mittel plus Wertpapiere des Umlaufvermögens plus Marktwert der Zinsswaps abzüglich Finanzverbindlichkeiten  5) Verzinsliches Fremdkapital inklusive Rückstellungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder abzüglich flüssige Mittel und Wertpapiere des Umlaufvermögens  6) Langfristige Forderungen plus kurzfristige Vermögenswerte (exklusive Wertpapiere des Umlaufvermögens und flüssige Mittel) abzüglich sonstige langfristige Verbindlichkeiten und kurzfristige Verbindlichkeiten (exklusive Finanzverbindlichkeiten und Rückstellungen)  7) Nettoumlaufvermögen plus immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen  8) Nettoverschuldung/Summe Eigenkapital

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Investitionen und Cashflow

Die Investitionen in materielle und immaterielle Vermögensgegenstände betrugen 2009 70,5 MEUR (2008: 69,7 MEUR) und betrafen im Wesentlichen Modernisierungen von Fertigungsstätten.

Der Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit betrug 345,7 MEUR und war damit deutlich höher als im Vorjahr (2008: 255,0 MEUR).

Cashflow-Kennzahlen

  Einheit 2009 2008
Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit MEUR 345,7 255,0
Investitionen1) MEUR 70,5 69,7
Free Cashflow2) MEUR 285,6 187,5
Free Cashflow je Aktie3) EUR 5,5 3,6

1) Zugänge zu Immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen  2) Cashflow aus laufender Geschäftstätigkeit abzüglich Investitionen plus Einzahlungen aus dem Verkauf von Immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen  3) Free Cashflow/Aktiengesamtzahl

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Risikomanagement

ANDRITZ verfügt über ein gruppenweites Risiko-Managementsystem, mit dem Risikopotenziale erkannt und Gegenmaßnahmen getroffen werden sollen. Dies ist ein wichtiges Element des aktiven Risikomanagements innerhalb der Gruppe.

Wesentliche Merkmale des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess

Die Einrichtung eines angemessenen internen Kontroll- und Risikomanagementsystems in Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess bzw. die Finanzberichterstattung liegt in der Verantwortung des Vorstands. Dazu hat der Vorstand sowohl für die wesentlichen Geschäftsrisiken innerhalb der Gruppe als auch für den Finanzberichterstattungsprozess gruppenweit verbindlich anzuwendende Regelungen und Richtlinien verabschiedet.

Das Rechnungswesen und die darin integrierte Finanzbuchhaltung sind direkt dem Vorstand unterstellt. Durch entsprechende organisatorische Maßnahmen wird sichergestellt, dass die gesetzliche Vorgabe, dass die Eintragungen in die Bücher und die sonstigen Aufzeichnungen vollständig, richtig, zeitgerecht und geordnet zu erfolgen haben, erfüllt wird. Der gesamte Prozess von der Beschaffung bis zur Zahlung unterliegt strengen Regeln und Richtlinien, welche jegliche damit im Zusammenhang stehenden Risken vermeiden sollen. Zu diesen Maßnahmen und Regeln zählen u.a. Funktionstrennungen, Unterschriftenordnungen, ausschließlich kollektive und auf wenige Personen eingeschränkte Zeichnungsermächtigung für Zahlungen sowie systemunterstützte Prüfungen durch die verwendete Software (SAP).

Durch ein standardisiertes, konzernweites Finanzberichtswesen sowie durch Adhoc-Berichterstattung über bedeutende Ereignisse wird der Vorstand laufend über alle relevanten Sachverhalte informiert. Der Aufsichtsrat wird in zumindest einer pro Quartal stattfindenden Aufsichtsratssitzung über den laufenden Geschäftsgang inklusiver operativer Planung und mittelfristiger Strategie des Konzerns unterrichtet, in besonderen Fällen wird der Aufsichtsrat auch unmittelbar informiert. In den Prüfungsausschusssitzungen wird u.a. auch das interne Kontroll- und Risikomanagement behandelt.

Eine interne Revision, die als Stabstelle des Vorstands eingerichtet ist, auditiert konzernweit einzelne Prozesse oder Gesellschaften anhand eines jährlich festgelegten Prüfplans.

Finanzielle Risiken

Überwachung und Management finanzieller Risiken sind integrale Bestandteile des Rechnungswesens und des Controllings innerhalb der gesamten ANDRITZ-GRUPPE. Kontinuierliches Controlling und regelmäßiges Reporting sollen die Wahrscheinlichkeit erhöhen, dass größere Risiken früh erkannt und wenn notwendig Gegenmaßnahmen getroffen werden können. Dennoch gibt es keine Garantie dafür, dass die Überwachungs- und Risikokontroll-Systeme effektiv genug sind.

Die wesentlichen Risiken für die Geschäftsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE im Jahr 2010 beziehen sich v.a. auf die Abhängigkeit der Gruppe von der allgemeinen Konjunkturentwicklung und der Entwicklung der von ihr bedienten Industrien, den Erhalt von Großaufträgen und die Erzielung der entsprechenden Umsatzerlöse aus dem hohen Auftragsstand. Die anhaltende Finanzkrise und die starke wirtschaftliche Verlangsamung in den wichtigsten Wirtschaftsregionen der Welt stellen darüber hinaus für die finanzielle Entwicklung der ANDRITZ-GRUPPE im Geschäftsjahr 2010 ein ernstes Risiko dar. Die weltweite Wirtschaftsschwäche könnte zu weiteren Verzögerungen bei der Abwicklung bestehender Aufträge sowie zur Verzögerung oder Einstellung laufender Projekte führen. Die Stornierung bestehender Aufträge könnte den Auftragsstand der ANDRITZ-GRUPPE negativ beeinflussen, was sich wiederum negativ auf die Kapazitätsauslastung der Produktionsstätten der Gruppe auswirken könnte.

Die globale Finanz- und Wirtschaftskrise könnte auch eine vollständige oder teilweise Abschreibung einzelner im Zuge von Akquisitionen entstandener Firmenwerte notwendig machen, wenn die wirtschaftlichen Ziele nicht erreicht werden können. Dies könnte die Ergebnisentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE beeinflussen. Abseits davon besteht jederzeit das Risiko, dass Forderungen aus Lieferungen und Leistungen teilweise oder gänzlich wertberichtigt werden müssen.

Das Zahlungsausfallsrisiko von Kunden wird für einen Großteil der Aufträge durch Besicherung von Zahlungen durch Banken sowie durch Abschluss von Exportversicherungen reduziert. Das Risiko für Lieferungen in als politisch durchschnittlich riskant oder sehr riskant eingestufte Länder wird üblicherweise ebenfalls in großem Ausmaß versichert. Zins- und Wechselkursrisiken werden durch die Verwendung von derivativen Finanzinstrumenten – v.a. Devisentermingeschäfte und Swaps – minimiert und gesteuert. Bei in Fremdwährung fakturierten Aufträgen (hauptsächlich solchen in US-Dollar, Euro und Schweizer Franken) wird die Nettowährungsposition durch den Abschluss von Termingeschäften gesichert. Cashflow-Risiken werden über monatliche Cashflow-Berichte überwacht.

Um die finanziellen Risiken weiter zu reduzieren und zur besseren Überwachung, Kontrolle und Bewertung der Finanz- und Liquiditätsposition verbessert die ANDRITZ-GRUPPE laufend ihre Treasury-Richtlinien und -Informationssysteme.

Die ANDRITZ-GRUPPE ist hinsichtlich Liquidität sehr gut positioniert und verfügt über ausreichende Liquiditätsreserven sowie einen gesicherten Zugang zu Liquidität. Die Gruppe vermeidet es, von einer einzigen Bank oder von nur wenigen Banken abhängig zu sein. Zur Sicherstellung der Unabhängigkeit wird bei allen wichtigen Finanz-Produkten (flüssige Mittel, Finanzverbindlichkeiten, Finanzanlagevermögen, Garantien und Derivate) jeweils nur ein bestimmtes Volumen mit einer Bank abgewickelt.

Geld wird weitgehend in risikoarme Finanzanlagen investiert, wie z.B. in Staatsanleihen, staatsgarantierte Anleihen, Wertpapierfonds zur Deckung der Pensionsverpflichtungen oder Termingelder. Die Finanzmarktkrise und deren Auswirkungen können jedoch zu einer ungünstigen Preisentwicklung bei verschiedenen Wertpapieren, in welche die Gruppe investiert hat (z.B. Wertpapierfonds oder Anleihen), oder zu deren Unhandelbarkeit führen. Dies könnte sich aufgrund notwendig werdender Abwertungen oder Wertberichtigungen negativ auf das Finanzergebnis oder das Eigenkapital der ANDRITZ-GRUPPE auswirken. Durch die Krise erhöht sich zudem das Ausfallsrisiko einzelner Emittenten der Wertpapiere bzw. der Kunden.

Nicht-finanzielle Risiken

Im Bereich der Fertigung sind exakte Planung, hoher Einsatz und Flexibilität seitens der Mitarbeiter wesentliche Erfolgsfaktoren, um kurze Auftragsdurchlaufzeiten und hohe Termintreue zu garantieren. ANDRITZ setzt intern auf flexible Arbeitszeitmodelle und einen hohen Anteil an Zeitarbeitern, um zyklischen Auslastungsschwankungen zu begegnen. Weiters wird durch effizientes Lieferantenmanagement die Abwicklung des Zukaufsvolumens kontinuierlich verbessert und der Lieferantenpool laufend um qualifizierte Unternehmen erweitert.

Die ANDRITZ-Fertigungsstrategie basiert auf Eigenfertigung der Kernbauteile sowie Zukauf von Fertigungsleistungen. Damit können Auslastungsschwankungen besser ausgeglichen werden und die vorhandenen eigenen Fertigungskapazitäten optimal ausgelastet werden. Gemäß dieser „Make-or-Buy“-Strategie werden prozessrelevante Schlüsselkomponenten für Anlagen und Produkte von ANDRITZ meist in eigenen Produktionsstätten gefertigt und montiert. Einfache Komponenten werden dagegen vorwiegend bei qualifizierten Lieferanten beschafft, deren Qualität und Termintreue laufend kontrolliert und überwacht wird.

Im Bereich Personal sind interessante Karrieremöglichkeiten, eine leistungsorientierte Entlohnung und fokussierte Management-Trainingsprogramme wesentliche Voraussetzungen, dass ANDRITZ bestens ausgebildete und hoch qualifizierte Mitarbeiter anzieht. Hohe Qualitätsstandards im Auswahlverfahren gewährleisten, dass die am besten geeigneten Kandidaten eingestellt werden.

Im Rahmen der Nachfolgeplanung werden auf Basis standardisierter Leistungs- und Potenzial-Beurteilungen für jede Schlüsselposition interne Nachfolgekandidaten identifiziert, um für kurz- und mittelfristige Nachbesetzungen jederzeit Kandidaten verfügbar zu haben.

Auslastungsschwankungen können gruppenweit durch die Zuteilung von Aufträgen auf die einzelnen globalen Standorte sowie lokal durch den Einsatz von Leiharbeitern ausgeglichen werden.

Auswirkungen von Wechselkursänderungen

Wechselkursänderungen werden durch entsprechende Terminkontrakte abgesichert.

Nicht-finanzielle Leistungsindikatoren

Fertigung

In den von der weltweiten Konjunkturschwäche betroffenen Geschäftsbereichen, insbesondere im Bereich PULP & PAPER, ging 2009 die Auslastung zurück. Es wurden an einzelnen Fertigungsstandorten kapazitive Anpassungen vorgenommen. Im Bereich HYDRO hingegen wurde eine Erhöhung der Auslastung verzeichnet und es wurden die Fertigungskapazitäten durch gezielte Investitionen in Europa, Asien und Südamerika erweitert. Zur Minimierung des Risikos einer nachhaltigen Unterauslastung der gruppenweiten Fertigungskapazitäten wurde in den vergangenen Jahren ein optimiertes Zyklizitätsmanagement implementiert, das die Fertigungseinheiten der Gruppe effizient und schnell an veränderte Rahmenbedingungen und Auslastungen anpasst.

Bei den Investitionen lag der Schwerpunkt auf neuen Fertigungstechnologien, Automatisierung, Kapazitätsanpassungen bei Engpassprozessen, Aufbau von Kapazitäten in den Wachstumsmärkten Indien, China und Brasilien sowie auf der gezielten Erweiterung der Wertschöpfungskette.

Personalwesen

Die ANDRITZ-GRUPPE beschäftigte per Ende 2009 13.049 Mitarbeiter (-4,8% gegenüber 31. Dezember 2008: 13.707 Mitarbeiter).

Mitarbeiter nach Regionen per 31. Dezember 2009 (31.Dezember 2008) in %

Das Human Resources-Management ist gruppenweit für die Koordination und Planung des Personalwesens verantwortlich. Hauptziele sind die Nachbesetzung von Schlüsselpositionen sowie die Schaffung attraktiver Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten für zukünftige Führungskräfte.

Umweltschutzbelange

Der ANDRITZ-Standort Graz, Österreich, erhielt 2009 für herausragende Leistungen im Bereich Umwelt-Standards und Umwelt-Maßnahmen von der Stadt Graz erneut die Ökoprofit-Auszeichnung in Gold. Durch gezielte Maßnahmen gelang es, das Aufkommen des Gewerbeabfalls um 32 t zu senken, das entspricht einer Reduktion von knapp 20% gegenüber 2008. Im Gewerbepark wurde durch Einbau von Thermostatventilen der Energieverbrauch für Heizung um 12.000kWh/a gesenkt. Durch eine standortweite Informationskampagne und begleitende Maßnahmen wurden der Pressluftverbrauch und damit die Pressluftherstellkosten – trotz steigender Energiekosten – im Jahresvergleich um ein Fünftel reduziert. Diese beiden Maßnahmen bedeuten eine Reduktion des CO2-Ausstoßes von 20 t pro Jahr. Durch Verbesserungen im Leitungssystem wurde der Frischwasserverbrauch um mehr als 40% reduziert. 670 Mitarbeiter absolvierten Schulungen zu den Themen Gesundheit, Arbeitssicherheit, Brandschutz und Umweltschutz.

Forschung & Entwicklung

Im Jahr 2009 investierte die ANDRITZ-GRUPPE rd. 49,2 MEUR in Forschung und Entwicklung (2008: 51,2 MEUR). Einschließlich der auftragsbezogenen Entwicklungsarbeiten wurden rd. 3% des Umsatzes für die Entwicklung neuer Verfahren und Produkte aufgewendet. In den Forschungszentren der Gruppe in Österreich, Finnland, Frankreich, der Schweiz und den USA arbeiten mehr als 300 Mitarbeiter an der Entwicklung neuer Prozesse und Anlagen, um die Technologieführerschaft von ANDRITZ weiter auszubauen.

Die Forschungs- und Entwicklungsarbeiten der Geschäftsbereiche im Detail:

HYDRO

Ein wesentlicher Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt des Geschäftsbereichs lag 2009 in der hydraulischen und elektrischen Optimierung der weltweit leistungsstärksten Rohr-Turbinen und -Generatoren, die in großen Wasserkraftwerken eingesetzt werden.

Darüber hinaus beschäftigt sich der Geschäftsbereich mit der Verbesserung der Laufruhe von Turbinenlaufrädern sowohl bei tiefer Teillast als auch bei Überlast. Durch das Know-how auf dem Gebiet der Simulation dynamischer Vorgänge sowie die praktische Erfahrung mit zahlreichen Grenzleistungsmaschinen wurden weitere wesentliche Fortschritte verzeichnet, die bereits in der Praxis erfolgreich unter Beweis gestellt werden konnten.

Im Bereich Großpumpen lag der Schwerpunkt in der projektbezogenen, hydraulischen Weiterentwicklung von bestehenden Laufrädern und Leitapparaten. Dadurch konnten signifikante Verbesserungen im Wirkungsgrad und Kavitationsverhalten erzielt werden. Im Bereich Standard-Kreiselpumpen wurden eine neue Prozesspumpen-Generation entwickelt und die Mittelkonsistenzpumpen erfolgreich optimiert.

PULP & PAPER

Wesentlicher Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten des Geschäftsbereichs PULP & PAPER war die Unterstützung der Kunden bei der Erreichung ihrer Ziele hinsichtlich einer nachhaltigen Produktion mit höheren Kapazitäten und einer höheren Energie-Effizienz. Darüber hinaus entwickelte der Geschäftsbereich Technologien für die Erzeugung von Ökostrom und zur Herstellung von Biobrennstoffen, die das Entstehen von Treibhausgas reduzieren bzw. minimieren.

Um die Auswirkungen auf die Umwelt zu verringern, wurde die Verbesserung von Systemen hinsichtlich Chemikalien-Rückgewinnung und Reduktion der Abwassermenge fortgesetzt. Bei Eindampfanlagen fokussierte die technologische Entwicklung auf den Bau hocheffizienter Anlagen, um die Abwassermenge zu minimieren. Durch Entwicklungen in der Weißlaugen-Rückgewinnung werden Abgasmengen weiter gesenkt und Feststoff-Abfälle gereinigt, um deren Schadstoff-Gehalt zu reduzieren.

Im Bereich Faserlinie konzentrierten sich die Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten weiterhin auf die Senkung der Investitionskosten pro Tonne produzierten Zellstoff sowie auf eine weitere Erhöhung der Kapazitäten auf mehr als 5.000 t/d.

Auf Grund der steigenden Energiekosten ist die Stromerzeugung in Zellstoff-Werken zu einem wesentlichen Thema in der gesamten Zellstoff-Industrie geworden. Mit von ANDRITZ entwickelten HERB-Rückgewinnungskesseln (HERB: High Energy Recovery Boiler) können Zellstoff-Fabriken die Stromerzeugung aus Schwarzlauge maximieren. Die Forschungs- und Entwicklungsarbeit beschäftigte sich u.a. mit einer weiteren Steigerung der Strom-Produktion.

Ein weiterer Forschungs- und Entwicklungsschwerpunkt liegt unverändert auf neuen Produkten für die Verarbeitung von Biomasse und auf der Stromerzeugung aus Biomasse, v.a. hinsichtlich Verbrennungs- und Emissionsverhalten unterschiedlicher Biomasse-Rohstoffe.

Waste-To-Power Systeme (WTP) ist ein neu geschaffener Bereich von ANDRITZ PULP & PAPER, der Technologien zur Erzeugung von Energie aus den in Papier-Fabriken anfallenden Rückständen ermöglichen soll (v.a. aus Schlamm und Rejekten der Altpapier-Aufbereitung). Der wesentliche Nutzen von WTP liegt im geringeren Volumen an Rückständen für die Abfallentsorgung und in der Erhöhung der werkseigenen Energieproduktion.

Der Geschäftsbereich entwickelt weiters Technologien für die Herstellung von Bio-Ethanol aus Rohstoffen, die nicht aus dem Lebensmittelbereich stammen, wie z.B. aus Holz und landwirtschaftlichen Abfällen.

METALS

Die Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten des Geschäftsbereichs METALS konzentrierten sich auf Produkt-Verbesserung und -Weiterentwicklung. So wurde im Bereich der Glühöfen für Edelstahl eine neue Rollenabdichtung entwickelt, die eine sehr wirtschaftlicher Prozess-Führung insbesondere bei den heute vermehrt nachgefragten Öfen mit großer Länge ermöglicht.

Weiters wurde die Regeneration von verbrauchten Mischsäuren aus Edelstahlbeizen optimiert. Das Ziel ist eine vollkommen abwasserfreie Beize und Regeneration durch Einsatz eines Spülwasserverdampfers.

Ein weiterer Schwerpunkt konzentriert sich auf die Entzinkung von bei der Automobil-Produktion anfallendem Neuschrott. Obwohl dieser Schrott hochwertig ist, konnte er wegen des Zinkbelags an der Oberfläche bislang nur mit Qualitätseinbußen und daher mit Preisabschlägen weiterverwertet werden. In einer von ANDRITZ METALS entwickelten Pilotanlage wird der Schrott mit einer Flüssigkeit aus der Zinkproduktion in Kontakt gebracht. Der Zinkgehalt der Flüssigkeit steigt dadurch an und wird angereichert an den Zinkhersteller zurückgeliefert. Nach Reinigung und Trocknung kann der entzinkte Schrott für anspruchsvolle Anwendungen z.B. in der Gießerei-Industrie eingesetzt werden.

ENVIRONMENT & PROCESS

Im Mittelpunkt der Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten der Division Separation Technologies standen Programme zur Wertanalyse von Produkten. Damit können bei Kundenprojekten entweder Kostenreduktionen von rd. 20% erzielt oder die Leistung des Aggregats – bei gleichbleibenden Kosten – ebenfalls um ca. ein Fünftel gesteigert werden. So wurde z.B. im Rahmen eines Wertanalyseprojekts eine kombinierte zylindrisch-konische Siebmantelzentrifuge entwickelt und patentiert, die im Vergleich zur herkömmlichen zylindrischen Zentrifuge – bei annähernd gleichem Platz- und Energie-Bedarf – eine Durchsatzsteigerung von 20–30% ermöglicht.

Die Division Thermal Processes fokussierte ihre Forschungs- und Entwicklungsarbeit auf Biomasse und konzentrierte sich dabei v.a. auf die Wertsteigerung von Biomasse-Brennstoffen und die Biomasse-Trocknung. Ausgehend von den guten Erfahrungen mit bereits installierten Sägespäne-Trocknern wird die Trocknungstechnologie auf weitere Biomasse-Fraktionen wie Rinde, Rejekte oder Schlamm aus der Zellstoff- und Papier-Industrie erweitert. Zusätzlich werden das bei Sägespäne-Trocknern bewährte Durchluftverfahren und die alternative Umluft-Prozessführung weiter entwickelt; durch den Einsatz von Umluft und die Wärmerückgewinnung können bis zu 20% der thermischen Energie eingespart werden.

Erfolgreich weitergeführt wurde die Untersuchung von biologischen und physikalisch-chemischen Abluftbehandlungsverfahren zur Reduktion der Geruchs- und TOC-Emissionen (TOC: Total Organic Carbon) von Schlammtrocknungsanlagen. Pilotversuche zeigten, dass die marktüblichen, nicht-thermischen Behandlungsverfahren die in einigen Ländern gesetzlich geforderten TOC-Gehalte nicht zuverlässig gewährleisten können. Als Alternative können daher in Grenzfällen nur Abluftbehandlungsverfahren mit thermischer Nachverbrennung eingesetzt werden.

FEED & BIOFUEL

Der Geschäftsbereich konzentrierte seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten – in Zusammenarbeit mit dem Geschäftsbereich ENVIROMENT & PROCESS – weiterhin auf Entwicklungsprogramme zur Wertsteigerung von Biomasse-Brennstoffen.

In den Bereichen feste Biobrennstoffe und Energieerzeugung aus erneuerbaren Ressourcen errichtete der Geschäftsbereich weiters eine neue Versuchslinie für das Mahlen und die Pelletierung von Biomasse. Die Linie wird auch für kundenspezifische Versuche zur Optimierung der Prozesseigenschaften bei neuen Rohstoffen sowie bei der Schulung von Bedienungspersonal eingesetzt.

Ausblick

Gemäß den Prognosen führender Wirtschaftsexperten wird sich die Wirtschaftssituation in den wichtigsten Regionen der Welt zwar in den kommenden Monaten weiter stabilisieren, eine starke und nachhaltige Erholung ist jedoch für 2010 nicht zu erwarten.

Auf Basis dieser wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie der aktuellen Projektaktivität in den für die ANDRITZ-GRUPPE relevanten Märkten haben sich die Erwartungen der ANDRITZ-GRUPPE hinsichtlich der wirtschaftlichen Entwicklung in den kommenden Quartalen nicht geändert.

Im Geschäftsbereich HYDRO wird auch für 2010 eine unverändert gute Entwicklung der Projekttätigkeit erwartet. Sowohl im Bereich der Modernisierung bestehender Wasserkraftanlagen als auch im Bereich der Errichtung neuer Wasserkraftwerke befindet sich eine Reihe von Projekten in der Realisierungsphase. In Europa und Nordamerika wird sich – bedingt durch das hohe durchschnittliche Alter der installierten Basis – die Investitionstätigkeit weiterhin v.a. auf Modernisierung, Rehabilitation und Kapazitätssteigerung bestehender Anlagen konzentrieren. Die Projekttätigkeit bei Kleinwasserkraftwerken sowie bei Pumpspeicherkraftwerken zur Sicherung der Netzstabilität sollte ebenfalls auf hohem Niveau bleiben.

In Südamerika und Asien befindet sich eine große Anzahl von neuen Wasserkraftwerksprojekten in der Entwicklungs- oder Realisierungsphase. Das rasche Wirtschaftswachstum dieser Regionen und die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energiequellen zur Deckung der stark steigenden Stromnachfrage sind dabei die wesentlichen Markttreiber.

Im Geschäftsbereich PULP & PAPER wird für 2010 mit einer Fortsetzung der nur moderaten Projektaktivität – zumindest im 1. Halbjahr – gerechnet. Es gibt zwar eine Anzahl angekündigter Projekte für den Bau neuer Zellstoff-Werke, meist basierend auf bereits bestehenden Plantagen, und für die Modernisierung bestehender Fabriken, dennoch sind wegen der Finanz- und Wirtschaftskrise Verzögerungen sowohl bei der Auftragsvergabe als auch bei der Abwicklung von zuletzt vergebenen Aufträgen zu erwarten. Erst wenn die weltweite Zellstoff-Industrie eine nachhaltige hohe Kapazitätsauslastung erzielt und sich die angespannte Situation an den Finanzmärkten normalisiert, ist mit einem deutlichen Anziehen der Projektaktivität zu rechnen.

Im Geschäftsbereich METALS wird 2010 sowohl für Kohlenstoffstahl- als auch für Edelstahl-Ausrüstungen mit einer Fortsetzung der niedrigen Investitionstätigkeit gerechnet. Viele der internationalen Stahl-Hersteller haben angesichts der Finanz- und Wirtschaftskrise und der nachfragebedingt niedrigen Kapazitätsauslastung ihre Investitionspläne massiv gekürzt. Dennoch sind ähnlich wie in 2009 selektive Projektvergaben in einzelnen Regionen zu erwarten.

Im Geschäftsbereich ENVIRONMENT & PROCESS sollte sich 2010 die Projekttätigkeit bei Schlammentwässerungsanlagen zufriedenstellend entwickeln. Bei industriellen Anwendungen – etwa in den Bereichen Petrochemie, Lebensmittel und Landwirtschaft – wird im Jahresverlauf eine leicht anziehende Investitionstätigkeit erwartet. Auch bei Schlammtrocknungsanlagen für Kommunen ist mit einer leichten Erholung im Jahresverlauf zu rechnen.

Im Geschäftsbereich FEED & BIOFUEL sollte sich 2010 der Bereich Tierfutter weiter zufriedenstellend entwickeln. Auch in den Bereichen Fischfutter- und Haustierfutter-Erzeugung ist mit einer soliden Entwicklung der Projektaktivität zu rechnen. Im Bereich Holz- und Biomasse-Pelletieranlagen sollte sich die ab dem 4. Quartal 2009 verzeichnete Marktbelebung auch im Jahr 2010 fortsetzen.

Auf Basis dieser Erwartungen und des Auftragsstands von mehr als 4,4 Milliarden Euro per Ultimo 2009 erwartet die ANDRITZ-GRUPPE für das Geschäftsjahr 2010 aus heutiger Sicht einen im Vergleich zum Gesamtjahr 2009 unveränderten bzw. leicht ansteigenden Umsatz. Das Konzern-Ergebnis sollte durch die Kostenreduktionen aus den 2009 eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen positiv beeinflusst werden. Sollte sich jedoch die globale Weltwirtschaft im Jahr 2010 erneut eintrüben, so ist mit negativen Auswirkungen auf die Umsatz- und Ertragsentwicklung der ANDRITZ-GRUPPE zu rechnen. Ebenso könnten weitere Restrukturierungsaufwendungen notwendig werden, welche die Ergebnisentwicklung 2010 ebenso beeinflussen würden.

Wichtige Ereignisse nach dem 31. Dezember 2009

Die Situation der Weltwirtschaft sowie an den Finanzmärkten hat sich in der Zeit zwischen dem Bilanzstichtag und der Veröffentlichung dieses Berichts nicht wesentlich geändert.

Aktien und Aktionärsstruktur

Offenlegung gemäß § 243a UGB

Das Grundkapital der ANDRITZ AG per 31. Dezember 2009 betrug 104.000.000 Euro. Auf jede nennwertlose Aktie entfällt damit ein anteiliger Betrag am Grundkapital von 2,00 Euro.

Es bestehen keine Beschränkungen, welche die Stimmrechte oder die Übertragung von Aktien betreffen. Rund 29% der Aktien befinden sich in Besitz der Certus Beteiligungs-GmbH, deren Geschäftsführer Wolfgang Leitner, Vorstandsvorsitzender der ANDRITZ AG, ist.

Es gibt derzeit kein genehmigtes Kapital. Aufgrund eines Beschlusses der Hauptversammlung vom 27. März 2008 ist der Vorstand ermächtigt, zwischen 1. Oktober 2008 und 31. März 2011 bis zu 10% des Grundkapitals der ANDRITZ AG zurückzuerwerben. Ende September 2008 hat der Vorstand der ANDRITZ AG beschlossen, von dieser Ermächtigung Gebrauch zu machen und Aktien zwischen 1. Oktober 2008 und 31. März 2011 zurückzukaufen. Es gibt keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Befugnisse für Mitglieder des Vorstands, insbesondere hinsichtlich der Möglichkeit, Aktien auszugeben oder zurückzukaufen.

Soweit der Gesellschaft bekannt ist, gibt es keine Inhaber von Aktien mit besonderen Kontrollrechten. Die Arbeitnehmer üben das Stimmrecht direkt aus. Es existieren darüber hinaus auch keine sich nicht unmittelbar aus dem Gesetz ergebenden Bestimmungen über die Ernennung und Abberufung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichtsrats und über die Änderung der Satzung der Gesellschaft.

Die Gesellschaft ist keine bedeutenden Vereinbarungen eingegangen, die bei einem Kontrollwechsel der Gesellschaft infolge eines Übernahmeangebots wirksam, sich ändern oder enden würden. Gemäß den Bedingungen der im Juni 2006 begebenen ANDRITZ-Anleihe 2006–2013 bzw. der im Februar 2008 begebenen ANDRITZ-Anleihe 2008–2015 ist jeder Inhaber von Teilschuldverschreibungen berechtigt, seine Teilschuldverschreibungen fällig zu stellen und sofortige Rückzahlung zum Nennbetrag zuzüglich der bis zum Tag der Rückzahlung aufgelaufenen Zinsen zu verlangen, falls ein Kontrollwechsel durch einen neuen Großaktionär erfolgt, und dieser Kontrollwechsel zu einer wesentlichen Beeinträchtigung der Fähigkeit der Emittentin führt, ihre Verpflichtungen aus den Teilschuldverschreibungen zu erfüllen.

Es existieren Entschädigungsvereinbarungen zwischen der Gesellschaft und Mitgliedern des Vorstands im Falle eines Kontrollwechsels. Es gibt keine Entschädigungsvereinbarungen für die Aufsichtsratsmitglieder und Arbeitnehmer.

Graz, am 25. Februar 2010

Der Vorstand der ANDRITZ AG

                  

Wolfgang Leitner            Franz Hofmann                        Karl Hornhofer                      Humbert Köfler              Friedrich Papst
   (Vorstands-
  vorsitzender)